Zwei Herzen haben sich gefunden
Projekt „Soziales Lernen“ bringt Auszubildende der Rummelsberger und N-ERGIE zusammen
Wie geht ihr mit euren Mitmenschen um? Sozialkompetenz heißt hier das Stichwort, das mehr denn je eine der Grundvoraussetzungen für beruflichen Erfolg ist. In dem gemeinsamen Projekt „Soziales Lernen“ haben 15 Auszubildende der N-ERGIE und des Berufsbildungswerkes Rummelsberg in den jeweils anderen Arbeitsalltag blicken dürfen.
Das erste Aufeinandertreffen der Lehrlinge verläuft eher ruhig. Alle sind noch ein bisschen schüchtern, keiner weiß so genau, wie er sich dem anderen gegenüber verhalten soll. Denn untereinander kennen sich die Azubis natürlich, und mit anderen Menschen kommt man ja auch mal schnell ins Gespräch. Doch der Umgang mit Menschen, die eine Behinderung haben, ist schließlich nicht alltäglich. „Kein Problem“ sei das aber gewesen, sind sich die jungen Leute einig. „Wir konnten all das machen, was diejenigen, die keine körperliche Beeinträchtigung haben, auch tun“, sagen die N-ERGIE-Azubis. Das Projekt „Soziales Lernen“ fand übrigens zum ersten Mal statt – auf beiden Seiten auf Freiwilligenbasis. Ziel war es, dass sich die jungen Leute in den jeweils anderen besser hineinversetzen können. Zudem sollte ihre Konfliktfähigkeit gestärkt werden. Besonders stolz sind alle Beteiligten außerdem auf die Eigenverantwortung, die Ihnen übertragen wurde. Sie durften nämlich Aktionstage selber planen und organisieren und stießen dabei – wie im echten Leben – auf Probleme und Hürden, die es zu überwinden galt. Während es einen Jahres haben sich die Auszubildenden die Arbeitsplätze bei der N-ERGIE und in den Rummelsberger Werkstätten angeschaut und auch viel Freizeit miteinander verbracht. So waren Besuche im Kino, auf dem Christkindlesmarkt, in der Eisdiele oder beim Kickern eine angenehme Abwechslung zum Berufstalltag. Um sich einmal in einen Menschen mit Hnandicap hineinversetzen zu könnten, haben die zehn Azubis der N-ERGIE in Rollstühlen Platz genommen. Es ging natürlich nicht nur geradeaus, sondern auch bergauf und treppab. „Ich hatte ziemlich viel Angst, als Markus mich die Treppe runtergeschoben hat. Der Rollstuhl fing zu kippen an“, erinnert sich Jessica Fochler, die Kauffrau für Dialogmarketing bei der N-ERGIE lernt. Das man als Rollifahrer viel Vertrauen in seine Mitmenschen haben muss, wurde dabei so richtig klar. „Mir hat der Freizeitteil sehr gut gefall en“, meint Markus Bacher, der in Rummelsberg zum Bürokaufmann ausgebildet wird. „Dort wird das soziale Lernen besonders herausgestellt, nach dem Motto: Wer sich auf sozialer Ebene kennt und versteht, kann besser zusammenarbeiten.“ Am meistens beeindruckt hat Jessica der Zusammenhalt der Gruppe. Auch wenn es hier und da vielleicht ein paar Meinungsverschiedenheiten gab, freuten sich beide Seiten auf weitere Treffen. Und gemeinsam haben sie sich auch eine besondere Überraschung für Ihre Vorgesetzen ausgedacht: Sie wollten zum Dank ein Logo entwickeln und umsetzen – aber kein Symbol auf Papier, sondern aus greifbaren Materialien wie Marmor und Aluminium.
Kontakt im sozialen Netzwerk
Bei der Abschlussveranstaltung wurde das Präsent zum ersten Mal gezeigt. Es stellt zwei Herzen, die sich sozusagen gefunden haben dar. Die Farben Blau und Grau haben keine Bedeutung, sie wurden gewählt, weil sich die Firmenfarben der N-ERGIE (rot) und der Rummelsberger (pink) beißen würden. Das Logo soll den Zusammenhalt der jungen Menschen demonstrieren, denn den haben sie in ihrem Projekt wirklich gelebt.
Und wie geht es danach weiter? Der Kontakt der Azubis im sozialem Netzwerk Facebook ist da – kann es einen schöneren Erfolg für ein soziales Projekt geben? Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ist da natürlich schon programmiert.
Stefanie Goebel





